Geschichte

Und alles fing mit einem Irrtum an

Es war im Sommer 1948, als einige beherzte jungbewegte Jungen aus Eberbach zu einer Wochenendfahrt ins Neckartal zur Burgruine Dauchstein nach Binau aufbrachen und dort beim abendlichen Lagerfeuer den Beschluß faßten, eine Pfadfindergruppe zu gründen. Damals gab es im Neckartal noch viele Reiherkolonien. In Anlehnung an diese graziösen Vögel beschloß die Runde, sich den Namen Pfadfinderstamm Silberreiher zu geben. Daß es im Neckartal nur Graureiher gab, störte wenig.
Ein Jahr mußten die Pfadfinder warten, bis sie dann endlich im Jahre 1949 als Pfadfinderstamm anerkannt wurden. So begann mit einer lustigen Verwechslung eine Jugendarbeit in Eberbach, die bis heute andauert.

Ende der 40er Jahre waren sie in Eberbach eine von vielen bündischen und pfadfinderisch orientierten Gruppen, die gegenseitig im Wettstreit standen. Heute sind die Silberreiher als älteste Jugendgruppe übriggeblieben.

Das erste Jahrzehnt

Nachdem sich die Eberbacher Pfadfinder dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) angeschlossen hatten, glänzten die Silberreiher 1953 mit der ersten Aufgabe, der Ausrichtung eines Großlager für die Landesmark Nordbaden. Die Zeltlager von damals mit den bunt zusammengewürfelten Zelten aus Armee und einigen Kohten, wie die typischen schwarzen Pfadfinderzelte heißen, bildeten die Zeltstatt. Ansonsten standen Wochenendfahrten im Mittelpunkt mal mit dem Fahrrad oder auf Schusters Rappen. Bei großen Entfernungen nahm man die Bundesbahn oder reiste per Viehschein, wie die Gruppenermäßigung genannt wurde. Es dauerte bis 1959, ehe die Silberreiher ihre erste Kohte kaufen konnten, die im gleichen Jahr bei einem Sommerlager auf Tauglichkeit getestet wurde.

Die 60er Jahre

Die Lüneburger Heide wurde 1960 per Bahn und zu Fuß bereist. Diese erste große Sommerfahrt hatte ein Anwachsen der Silberreiher zur Folge. Neben zwei Pfadfindersippen gab es nun zwei Wölflingsmeuten, Königstiger und Kontiki, mit den Meutenführern Gerd Teßmer und Hans Neuer. Im gleichen Jahr bezog man auch das erste Sippenheim, die frühere Reifenschneiderei in der Odenwaldstraße (gegenüber heutiger Autowerkstatt Müller). Nach ausführlicher, erster Gruppenleiterausbildung begaben sich die Silberreiher nun auch auf ihre erste Auslandsfahrt 1961 nach England, wo man Kontakte mit den Middleton on Sea Scouts knüpfte, die bis heute bestehen.

Die Ziele der Großfahrten wurden nun langsam mutiger – Irland, Türkei, Griechenland, Marokko und Südtirol wurden die Großfahrthöhepunkte der sechziger Jahre. Manch einer machte hier seinen Meister im Improvisieren. Alles war spannend, neu und jeden Tag anders.

In den Siebzigern

Das erste Stammesheim mußte verlassen werden, und nach kurzer Untermiete im Lager der Firma Michael Gärtner landeten die Silberreiher im Hinterhof des evangelischen Gemeindehauses. Als man gerade mit der Renovierung einigermaßen fertig war, kam der Abrißbeschluß für dieses Gebäude. Nun wurden die Pfadfinder in Kellerräumen der Dr. Weiß-Grundschule untergebracht.
1973 gründeten die Silberreiher die erste Pfadfindergruppe in Rockenau. 1974 beginnt die pfadfinderische Verbindung zu den Luxemburger Scouten In Ettelbrück. Die Großfahrten der Siebziger Jahre hatten mehrfach England, Luxemburg und Belgien und einmal Spanien mit Marokko zum Ziel. Seit 1975 veranstalteten die Eberbacher Aktiven auch Skifreizeiten und Winterlager.

Durch die Achtziger

Der Pfadfinderstamm wächst weiter an. Turbulente Zeiten brechen herein, die die Silberreiher auf unzählige Fahrten und Lager führen, von denen die Sommerlager 1982 und 1983 in der Eberbacher Partnerstadt Thonon besonders in Erinnerung blieben. Die Jugendarbeit wurde durch weitere Gruppenleiterausbildungen immer mehr auf solide Füße gestellt.
1988 wurde aus dem Stamm Silberreiher mit einer eigenen Satzung der Pfadfinderstamm Silberreiher 1949 Eberbach e.V. mit den Vorsitzenden Gerd Teßmer und Dieter Kreß, die bis heute den Förderverein anführen.
Besonders bemerkenswert und für die Arbeit der Pfadfinder immer wieder hinderlich waren die alljährlichen Hochwasserattacken, die die Gruppenräume regelmäßig verwüsteten. So blieb der Wunschtraum der Silberreiher auf ein angemessenes Zuhause lange unverwirklicht.
1989 können die Eberbacher Silberreiher von einem großen Umbruch in ihrer Pfadfindergeschichte erzählen. Nachdem sich für sie untragbare Tendenzen bemerkbar machen, verlassen sie als eine von fünf Ortsgruppen den Pfadfinderbund Süd (PBS) und treten dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) bei, der in seinem demokratischen Selbstverständnis den Silberreihern optimal entspricht.

Die Neunziger

Nach langem Kampf gelingt es den Silberreihern endlich im Jahre 1991 den Gemeinderat unter Leitung von unserem damaligen Bürgermeister Schlesinger davon zu überzeugen, dass man für die wertvolle Jugendarbeit angemessene Räume zur Verfügung stellt. Der Pfadfinderstamm darf das Dachgeschoss des ehemaligen Stadtbauamtes beziehen. In mühevoller und langwieriger Eigenarbeit richten sich Wölflinge, Pfadfinder und Ranger/Rover ihr neues eigenes Stammesheim her. Die Silberreiher haben die Möglichkeit mietfrei das Dachgeschoss zu bewohnen, im Gegenzug befreien sie alle 2 Wochen den Ohrsberg von Verschmutzung.

Großfahrten ziehen die Silberreiher unter anderem nach England, Luxemburg, an den Bodesee, die Lüneburger Heide oder in den Schwarzwald. 1993 nehmen die Silberreiher an ihrem ersten, vom BdP ausgerichteten, Bundeslager teil. Sie sind Teil von rund 6.000 Pfadfindern aus allen Regionen Deutschlands. Im gleichen Jahr übernimmt die damalige Stammesführerin Claudia Hülsen den Posten der Schatzmeisterin im Landesvorstand.

1999 feierten die Silberreiher in einer großen Jubiläumsaktion ihr 50jähriges Bestehen.

Während eines großen Festaktes im Eberbacher Rathaus wurden viele langjährige Mitglieder geehrt. Mancher wunderte sich dabei, wie lange er schon Ehrenamtliche Jugendarbeit leistet.

Ende des 20. Jahrhunderts haben auch die Silberreiher den Schritt ins Internet gewagt. Sie sind seit 1999 unter www.silberreiher.de im Internet erreichbar.

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